Fallstudie: Implantat mit trigonalem Schulterdesign für eine zweizeitige Frontzahnversorgung

Frontzahnlücken stellen implantierende Zahnärzte vor große Herausforderungen: Das Knochenangebot ist meist begrenzt, zugleich muss die Ästhetik stimmen. Im folgenden Patientenbeispiel fehlte die bukkale Lamelle weitgehend. Dieser Umstand erforderte ein zweizeitiges Vorgehen mit Augmentation.

Igor-Michael Borrmann, Robin Schulte

Nach Frontzahnverlusten sind Patienten in Bezug auf Ästhetik, Funktion und Phonetik stark eingeschränkt. Implantat-Überlebensraten sind mit weit über 90 % nach zehn Jahren sehr hoch, die Komplikationsraten jedoch in der Summe mit insgesamt 23 % ebenfalls erheblich [1]. Die chirurgische und prothetische Umsetzung kann also sehr anspruchsvoll sein [2]. Dies gilt zum Beispiel, wenn die Implantation wegen mangelhaften Knochenangebots erschwert oder ohne Augmentation unmöglich ist. So ist die bukkale Knochenlamelle häufig sehr dünn und geht nach Extraktion als Teil des Parodonts verloren [3].

Die Einheilung des Implantats sollte für eine gute Prognose möglichst schnell und vollständig ablaufen. Es muss den einwirkenden Kräften standhalten, zugleich sollte seine prothetisch-ästhetisch erforderliche Position sichergestellt werden [4]. Dabei ist es wichtig, die für die Osseointegration verfügbare Kontaktfläche ungeachtet eines vorhandenen Defekts festzulegen. Dies gelingt in vielen Fällen nur mit vorgeschalteter Augmentation.

Der folgende Fallbericht zeigt, wie ein anteriorer Alveolarkammdefekt vor der Implantation in horizontaler und vertikaler Ausdehnung mithilfe eines monokortikalen Knochenblocks aus der Linea obliqua rekonstruiert wird. Für maximale Nutzung des Knochenvolumens hat das verwendete Implantat im Schulterbereich einen reduzierten und an natürlichen Zähnen orientierten Querschnitt sowie ein für eine hohe Primärstabilität optimiertes Gewinde.

Fallbericht

Bei einem 57-jährigen Patienten sind Krone und Stift-Stumpfaufbau am Zahn 11 verloren gegangen (Abb. 1). Der Zahn hat zudem eine persistierende apikale Aufhellung und ist gelockert (Grad II-III), sodass wir uns zur Extraktion entscheiden müssen. Unser Patient ist Nichtraucher und allgemeinmedizinisch unauffällig. Er wünscht einen implantatgetragenen Ersatz.

Der Patient befindet sich seit 18 Monaten in parodontaler Behandlung mit Attachmentverlust im Seitenzahnbereich. Bei einer unterstützenden Parodontaltherapie-(UPT-)Sitzung betragen die Werte ein halbes Jahr vor der Implantation in der Front durchgehend 3 mm Taschentiefe, ohne Sondierungsblutungen. Die Mundhygiene ist nicht ideal, bei den auf den Fotos erkennbaren Belägen handelt es sich aber überwiegend um Verfärbungen.

Das DVT zeigt eine Woche nach Extraktion einen ausgedehnten bukkalen Knochendefekt (Abb. 2). Die Augmentation erfolgt fünf Monate später mit einem monokortikalen Knochenblock, der piezochirurgisch aus dem retromolaren Bereich gewonnen wird. Dieser wird in den Defekt eingepasst und mit Osteosyntheseschrauben fixiert (Abb. 3). Inkongruenzen um den Knochenblock werden mit einem Gemisch aus xenogenem Knochenersatzmaterial und autogenen Spänen ausgeglichen, das Augmentat wird vor dem Vernähen mit einer Kollagenmembran abgedeckt.

Die Abbildungen 4 und 5 zeigen den augmentierten Bereich vor und nach der Eröffnung am Tag der Implantation, die Abbildungen 6 bis 9 das präparierte Implantatbett, die Insertion des Implantats (V3, 3.9/11.5 mm; Mis) und die Röntgenkontrollaufnahme. Nach weiteren zwölf Wochen wird das stabil osseointegrierte Implantat freigelegt, ein Gingivaformer eingesetzt und zwei Wochen später ein CAD/CAM-Hybridabutment verschraubt (Ti-Base, Mis, mit Lithiumdisilikat-Coping) (Abb. 10).

Die Implantatkrone und die zahngetragene Krone 12 werden aus einer hochgoldhaltigen Aufbrennlegierung und Metallkeramik hergestellt. Abbildung 11 zeigt das prothetische und weichgewebige Ergebnis nach der Eingliederung.

Diskussion

Bei der implantatgetragenen Versorgung von Frontzahnlücken muss sorgfältig geplant und möglichst minimalinvasiv operiert werden. Wird wegen ausgedehnter Defekte eine zweizeitige Chirurgie gewählt, lässt sich ein vollständiger Erhalt des Augmentats nicht sicher voraussagen [5]. Auch im Fallbeispiel ging Volumen verloren, infolge des Resorptionsschutzes aber nur in moderatem Umfang [6]. Die Auflagerung des Materials kann simultan im Rahmen einer GBR erfolgen oder – wie im Fallbeispiel – zeitgleich mit vorgeschalteter Blockaugmentation. Schließlich lässt sie sich in einem separaten Augmentationsschritt im Rahmen der Implantation durchführen [7].

Das verwendete Implantat weist im Schulterbereich einen reduzierten, dreieckigen Querschnitt auf (Abb. 12) und ist damit nach Erfahrung der Autoren für die gezeigte Behandlung besonders gut geeignet. Das spezielle Design soll einerseits den krestalen Knochen entlasten, andererseits erlaubt der im Schulterbereich reduzierte Durchmesser, das vorhandene Knochenvolumen optimal zu nutzen. Dies ermöglicht in Verbindung mit dem integrierten Platform Switching ein maximales periimplantäres Gewebevolumen.

Auf eine Optimierung des Gingivaverlaufs mit Weichgewebstransplantaten konnte im Fallbeispiel aufgrund der langen Oberlippe des Patienten verzichtet werden [8]. Im Rahmen der Gewebereifung ist damit zu rechnen, dass sich die Papillen zwischen Implantatkrone und Nachbarzähnen weiterentwickeln und das ästhetische Ergebnis damit weiter verbessert wird [4].


Quelle: Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 3 | 2020

Lachgassedierung – stressfreie Zahnbehandlung

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Fallstudie: Implantate und chronische Parodontitis

Bei Patienten mit chronischer Parodontitis Implantate zu setzen, erfordert ein genau abgestimmtes Vorgehen. Besonders die Bestimmung der Risikofaktoren, die Aufklärung und aktive Einbindung der Patienten sowie ein umsichtiges Vorgehen sind dabei von großer Bedeutung für den langfristig stabilen Erfolg einer implantatprothetischen Behandlung.

Igor-Michael Borrmann, Ulrike Markmann

Der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V 2016) zufolge nimmt die Zahl der Menschen mit Parodontalerkrankungen in Deutschland weiter ab. Dennoch ist jeder zweite jüngere Erwachsene von einer parodontalen Erkrankung betroffen, eine moderate Parodontitis weisen 42 Prozent auf. Jeder Zehnte leidet an einer schweren Form der Parodontitis.

In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen ist bereits jeder Fünfte betroffen. Ab 75 Jahren haben schließlich neun von zehn Menschen eine moderate bis schwere Form einer Parodontopathie. Die weitgehende Übereinstimmung der Erreger einer Periimplantitis mit einer chronischen progressiven Parodontopathie ist nachgewiesen. Die allgemeine Prävalenz der Periimplantitis wurde von Mombelli et al. (2012) mit 20 Prozent aller Implantatpatienten und 10 Prozent aller Implantate beschrieben. Schlechte Mundhygiene, Parodontopathien, Diabetes und Rauchen stellen dabei gravierende Risikofaktoren bei der Entstehung dieser periimplantären Erkrankungen dar.

Eine Behandlung der chronischen Parodontitis muss in jedem Fall einer Implantation vorausgehen. Die anschließende Eingliederung der Patienten in ein regelmäßiges Recall-Programm scheint ein unverzichtbarer Bestandteil für eine erfolgreiche Implantatbehandlung bei Patienten mit chronischer Implantate und chronische Parodontitis Parodontitis zu sein. Eine regelmäßige Reinigung ist daher unumgänglich, da ein hoher Plaqueanteil zusätzlich das Risiko einer Periimplantitis steigert. Eine ausführliche präoperative Aufklärung ist besonders bei komplexen Fällen zwingend notwendig.

Patientenfall

Die 48-jährige Patientin stellte sich in der Praxis mit dem Wunsch vor, ihr parodontal geschädigtes Gebiss sanieren und eine festsitzende Versorgung anfertigen zu lassen. Der bisherige Behandler hatte ihr herausnehmbaren Zahnersatz empfohlen. Sie erklärte, sie habe schon seit langer Zeit Probleme mit dem Zahnfleisch, regelmäßiges Zahnfleischbluten und Knochenrückgang. Seit einem Jahr habe sie das Rauchen eingestellt.

Im Befund und in der Röntgendiagnostik waren die Zähne 11, 16, 17, 22, 24, 26, 27 sowie 47, 46, 45, 35 und 36 nicht erhaltungswürdig. Ursache hierfür war die chronische Parodontitis aufgrund schlechter Mundhygiene und starken Tabakkonsums. Nach einer professionellen Zahnreinigung und einer ausführlichen Therapiebesprechung mit der Patientin erfolgte die atraumatische Extraktion dieser Zähne. Es wurde zur besseren Planung der späteren Implantation bei reduziertem Knochenangebot ein DVT angefertigt.

Der insuffiziente Zahnersatz wurde entfernt, um die noch erhaltungswürdigen Zähne zu therapieren. Die insuffiziente Wurzelfüllung an Zahn 43 wurde revidiert, dieser Zahn mit einem Stift und die Zähne 14, 23, 25 konservierend versorgt. Ein Langzeitprovisorium über die Zähne 14 bis 25 wurde im Oberkiefer eingegliedert.

Parodontaltherapie

Im Zuge der sich anschließenden Parodontaltherapie wurde in der Anfangsphase ein Keimtest durchgeführt. Aufgrund des Testergebnisses wurde eine geschlossene Parodontaltherapie unter Gabe des van-Winkelhoff-Cocktails (3 x 500 mg/d Amoxicillin
und 3 x 400 mg/d Metronidazol) im Sinne einer Full Mouth Desinfection durchgeführt. Der Patientin wurde empfohlen, zweimal täglich eine Spülung mit 0,2-prozentiger Chlorhexidinlösung durchzuführen und die Zahnbürste zu wechseln. Die ausführliche
Motivation und Instruktion der Patientin zur besseren Mundhygiene waren Voraussetzung für die Langzeitstabilität der Mundgesundheit, die Osseointegration der Implantate und den Erhalt der eigenen Zähne sowie des Zahnersatzes.

Regelmäßige parodontale Nachbehandlungen sind stets erforderlich, um stabile Ergebnisse zu bekommen. Eine langfristige Eingliederung in ein strenges Recall-Programm (alle drei Monate) hat sich nach Abschluss der aktiven Parodontaltherapie als günstig erwiesen.

Da nur bei vorangegangener Parodontalbehandlung eine Implantation sinnvoll ist, wurde die implantologische Versorgung zwei Monate zeitverzögert durchgeführt. Die Auswahl des geeigneten Implantatsystems ist hier vor allem hinsichtlich der Hygienefähigkeit wichtig. Die Wahl fiel auf das Astra Tech Implant System, vor allem wegen seiner konischen Innenverbindung und der Möglichkeit des Platform Switching. Die Konusverbindung verhindert einen Austritt von Flüssigkeit aus dem Inneren des Implantats und reduziert dadurch das Risiko einer Periimplantitis. Das Platform Switching vergrößert den Abstand zu den Nachbarstrukturen, wodurch mehr Volumen für das periimplantäre Weichgewebe entsteht und das Risiko einer periimplantären bakteriellen Infektion gemindert wird.

Chirurgische Behandlung

Die implantatchirurgische Therapie umfasste einen beidseitigen externen Sinuslift mit zeitgleicher Insertion von jeweils zwei Implantaten. Es wurde mit autologem Knochen vermischtes Knochenersatzmaterial eingebracht und mit einer Membran gedeckt.

Im Unterkiefer wurden sechs Implantate so platziert, dass ein großes Abstützungspolygon erzielt werden konnte. Aufgrund des hohen vertikalen Knochenverlusts wurden im dritten Quadranten kurze Implantate der Längen 8 mm und 6 mm eingebracht. Die Implantation erfolgte mit einer Bohrschablone zur prothetisch und chirurgisch exakten Platzierung der Implantate.

Prothetische Behandlung

Nach einer Einheilphase von drei Monaten und der Keimreduktion durch eine gründliche professionelle Zahnreinigung erfolgte die Freilegung der Implantate im Unterkiefer. Durch die Verwendung eines Langzeitprovisoriums konnte eine ideale Bisslage erreicht und über Monate perfektioniert werden. Nach einer erfolgreichen Gerüstanprobe wurde im dritten Quadranten eine implantatgetragene Brücke auf kurzen Implantaten eingegliedert, im vierten Quadranten eine implantatgetragene Brücke mit einem mesialen Anhänger inseriert. Sechs Monate später erfolgte die Freilegung der Implantate im Oberkiefer. Eine konventionell zementierte Verbundbrücke konnte dank des systematischen Vorgehens bei der parodontalen Behandlung und der sehr guten Patientenmitarbeit eingegliedert werden. Eine Verbundbrücke zeigt sich als gute Möglichkeit, erhaltungswürdige Zähne langfristig in den Zahnersatz zu integrieren. Die Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI) gab auf der Basis von sechs Studien im Jahr 2011 eine gute Prognose für die Versorgung mit einer sowohl zahn- als auch implantatgetragenen Brücke an: 70,2 bis 85,1 Prozent nach zehn Jahren. Die festsitzende Versorgung ermöglicht besonders bei Parodontitispatienten eine gute Hygienefähigkeit des Zahnersatzes.

Recall-Programm

Nach der Behandlung wurde die Patientin axiographisch vermessen. Mithilfe der so gewonnenen Messwerte und einem Zentrikregistrat wurde eine Schiene mit Eckzahnführung hergestellt, um eine übermäßige, einseitige Belastung des Kausystems langfristig zu vermeiden.

Die Patientin wurde in ein engmaschiges Recall-Programm (drei Monate) entlassen, um Entzündungen und Reinfektionen durch kritische Nachuntersuchungen, verbunden mit professioneller Reinigung, frühzeitig zu erkennen und zu therapieren. Dies diente auch der Überprüfung und Remotivation der Patientin, um eine sehr gute tagtägliche Mundhygiene zu gewährleisten. Die regelmäßige Anfertigung von Kontrollröntgenbildern ist unumgänglich und besonders wichtig zur Früherkennung von entzündlichen Prozessen.

Langzeitergebnisse

Acht Jahre postoperativ zeigte sich eine stabile Gebisssituation bei hoher Patientenzufriedenheit (Abb. 10), röntgenologisch ein kräftiger kortikaler Knochen sowie eine gute Regeneration der Knochentaschen, die besonders auch in regio 33/32 sowie in regio 14/15 nachweisbar ist.

Fazit

Die Behandlung von Patienten mit chronischer Parodontitis kann demnach bei sehr guter Vorbehandlung, engmaschigem Recall und guter Mundhygiene mit festsitzendem Zahnersatz auf Implantaten erreicht werden. Patienten mit behandelter Parodontitis haben eine nur leicht verminderte Langzeitprognose der Implantate zu erwarten. Die konsequente Extraktion nicht erhaltungswürdiger Zähne und die Behandlung von vorhandenen Entzündungen sind für eine gute Osseointegration der Implantate essentiell. Die Verwendung von kurzen Implantaten mit angemessenem Durchmesser ermöglicht bei stark reduziertem Knochenangebot eine implantatgestützte Versorgung. Die 11. Europäische Konsensuskonferenz (EuCC) liefert hier ein Update zum Umgang mit kurzen Implantaten bei reduziertem Knochenangebot. Kurze Implantate mit sechs bis acht Millimetern sind eine verlässliche Therapieoption gegenüber den Risiken bei der Anwendung von aufwendigen augmentativen Verfahren.


Quelle: Praktische Implantologie und Implantatprothetik | pip 3 | 2018

Implantologie in der ZWR

Ein Behandlungserfolg stellt sich in der Implantologie erst im Laufe der Zeit ein. Implantatgetragener Zahnersatz, der unmittelbar nach Eingliederung wie ein Erfolg aussieht, kann sich nach ein paar Monaten oder Jahren als Misserfolg entpuppen. Entscheidend für den langfristigen Behandlungserfolg in der modernen Implantologie ist der Erhalt des periimplantären Hart- und Weichgewebes. Freiliegende Implantatschultern sind schwer therapierbar, immer mit ästhetischen Nachteilen verbunden und führen letztendlich zu unzufriedenen Patienten.

Dr. Igor-Michael Borrmann, Dr. Christina Ludwig

Falldarstellung

Im folgenden Fall wurden vor 10 Jahren in regio 11 und 13 ANKYLOS®-Implantate (DENTSPLY Implants, Mannheim) inseriert. Die Implantation erfolgte im Anschluss an eine Augmentation mit monokortikalem Blocktransplantat. Im Januar 2002 stellte sich der damals 57-jährige Patient mit parodontalen Beschwerden an den Zähnen 11 und 13 in unserer Praxisklinik vor. Der Patient war Nichtraucher und anamnestisch unauffällig. Er beklagte eine zunehmende Lockerung seiner Zähne 11 und 13 (Abb. 1, 2). Die Zähne 11 und 13 waren aufgrund des parodontalen Befunds nicht erhaltungswürdig. Der Knochenabbau an Zahn 12 beschränkte sich auf das koronale Wurzeldrittel, der Zahn wies keine nennenswerte Lockerung auf und war naturgesund. Gemeinsam mit dem Patienten entschieden wir uns für die Extraktion der beiden Zähne 11, 13, und versorgten ihn mit einer Interimsprothese. Nach den Extraktionen zeigte sich das gesamte Ausmaß der knöchernen Defekte. Aufgrund der Größe der Defekte musste der
Implantation eine Augmentation mit monokortikalem Blocktransplantat vorausgehen.

Für den operativen Eingriff erfolgte eine präoperative antibiotische Abschirmung mit Clinda-saar (Chephasaar, St. Ingbert). Ende März 2002 führten wir die Augmentation durch. In regio 48 wurde in Lokalanästhesie ein monokortikaler Block entnommen. Die Empfängerregion 11–13 wurde durch Präparation eines großzügigen Mukoperiostlappens übersichtlich dargestellt. Zur lateralen und vertikalen Augmentation konnten die Knochenblockteile mit je einer Osteosyntheseschraube im ortständigen Knochen in regio 11 und 13 fixiert werden (Abb. 3). Die Kanten der Transplantate wurden abgerundet und Inkongruenzen mit dem Knochenersatzmaterial Bio-Oss fein (Geistlich, Wolhusen) aufgefüllt. Abschließend
wurden die Augmentate mit selbstresorbierenden Membranen (Bio Gide, Geistlich, Wolhusen) bedeckt und diese mit je 2 Titanpins fixiert. Das Periost wurde geschlitzt und der Wundverschluss erfolgte mit Goretex-Nähten. Die Wundheilung nach dem operativen Eingriff verlief ohne Komplikationen.

Nach der Augmentation war eine Konsolidierungsphase von 5 Monaten geplant. Der Patient wurde 2 Monate später zur Kontrolle einbestellt. Dabei stellten wir fest, dass in regio 13 die Osteosyntheseschraube die Gingiva perforiert hatte. Der Patient wurde daraufhin 4 Wochen später erneut einbestellt, um diese zu entfernen. Ende August 2002 erfolgte die Implantatinsertion von 2 ANKYLOS®-Implantaten mit 3,5mm Durchmesser und einer Länge von 14mm in das gut verknöcherte Augmentat. Ein ausreichender Mindestabstand der Implantatschultern zu den Nachbarzähnen sowie die korrekte bukkoorale Platzierung wurden bei der Implantatpositionierung berücksichtigt (Abb. 4). Die Implantate wurden leicht subkrestal positioniert und waren primärstabil. Eine Woche später wurden die Nähte entfernt. Die Wunde stellte sich völlig reizlos dar. Nach 5-monatiger subgingivaler Einheilzeit fand Ende Januar 2003 die Implantatfreilegung statt. Vier Wochen später erfolgte die Abformung mit einem individuellen Löffel in offener Technik mit einem Polyether-Abformmaterial (Impregum, 3M ESPE, Seefeld).

Weitere 2 Wochen später wurden die definitiven Abutments einprobiert, mit Kunststoffschlüsseln fixiert und mit dem Drehmomentschlüssel verschraubt. Anschließend wurden die laborgefertigten Provisorien eingesetzt.

Am 2. April 2003 fand die Rohbrandeinprobe statt. Die abschließende Eingliederung der im hauseigenen Labor gefertigten Keramikkronen erfolgte mit ImProv (Dentegris, Duisburg), einem eugenolfreien Zement, speziell für implantatgetragene Restaurationen (Abb. 5, 6). Im November 2003 nahm der Patient am 1. Recall-Termin teil und kommt seitdem regelmäßig alle 6 Monate zur Kontrolle (Zahnfilm- und Fotodokumentation Juli 2012) (Abb. 7, 8).

Fazit

Zehn Jahre nach Implantatinsertion sind die Knochenverhältnisse röntgenologisch stabil. Der durch die chronische Entzündung entstandene Hartsubstanzdefekt konnte nach Zahnentfernung dauerhaft durch eine Augmentation mit monokortikalem Blocktransplantat rekonstruiert
werden. Die Weichgewebe stellen sich heute klinisch zufriedenstellend und reizfrei dar


Quelle: ZWR – Das Deutsche Zahnärzteblatt 2012; 121 (11)

Implantologie in der ZMK

Versorgung einer Schaltlücke mit subgingivalen Keramikimplantaten – ein Fallbeispiel

Im folgenden Beitrag stellt ein Kollege die Versorgung einer Schaltlücke mit zwei zit-vario-z-Implantaten und die anschließende Versorgung mit Vollkeramik-Einzelkronen dar.

Dr. Igor-Michael Borrmann, Vera Neckermann

Ein 46-jähriger männlicher Patient, Nichtraucher, von Beruf Heilpraktiker, stellte sich am 11.08.2009 in unserer Praxisklinik mit dem Wunsch nach einer metallfreien Implantatversorgung seiner Schaltlücke im IV. Quadranten zum Ersatz der fehlenden Zähne 45 und 46 vor (Abb. 1). Drei Monate zuvor waren ihm alio loco die Zähne 45 und 46 mit Verlust der bukkalen Knochenlamelle gezogen worden.

Planung

Nach eingehender anamnestischer, klinischer und 3D-röntgenologischer Untersuchung des Patienten erfolgte eine ausführliche Beratung, Abwägung verschiedener Behandlungsalternativen sowie Erläuterung der jeweils notwendigen Behandlungsschritte, die zur Realisierung einer sowohl funktionell als auch ästhetisch erfolgversprechenden Lösung notwendig wären. Gemeinsam mit dem Patienten entschieden wir uns für die Schließung der Schaltlücke mit zwei Implantaten (zit-varioz-Implantate, Fa. Ziterion) und deren anschließende prothetische Versorgung mit Vollkeramik-Einzelkronen. Im DVT des betreffenden Unterkieferabschnitts zeigte sich, dass der ortsständige Knochen zwar in der Vertikalen zur Aufnahme von Implantaten ausreichend stark war, in der Horizontalen wies er jedoch ein erhebliches Substanzdefizit mit fehlender bukkaler Knochenlamelle
auf (Abb. 2).

Chirurgisches Vorgehen

Aus diesem Grund wurde am 5.10.2009 in einem ersten chirurgischen Eingriff ein etwa 10 x 8 x 2,5 mm (L, H, B) großer monokortikaler Knochenblock (MCB) aus der regio 48 entnommen und zum Ersatz der fehlenden vestibulären Knochenwand in regio 45, 46 mit einer Osteosyntheseschraube befestigt (Abb. 3). Der so adaptierte MCB wurde mit autonomen Spongiosaspänen aus der Spenderregion ergänzt und mit einer Titan-Pin-fixierten Membran (Bio-Gide) abgedeckt. In die Knochenentnahmestelle wurde zur Stabilisierung des Blutkoagulums ein Kollagenschwämmchen (Kollagen-resorb) eingelegt.

Die postoperative Röntgenaufnahme zeigt die korrekte Position des MCB sowie die gewollte Überkontur des Knochentransplantates zur Kompensation der natürlicherweise auftretenden geringgradigen Knochenresorption (Abb. 4).

Drei Monate später war das Knochentransplantat vollständig mit dem ortsständigen Knochen verwachsen, die bukkale Knochenlamelle war komplett wiederhergestellt und zeigte eine harmonische, anatomische Kontur in allen drei Ebenen.

In einer zweiten Operation erfolgte am 04.01.2010 zunächst die Entfernung der Osteosyntheseschraube und des Titan-Pins und im Anschluss daran die Implantatbohrungen mit speziellen ATZ-Keramikbohrern (Abb. 5 u. 6). Es wurden zwei Ø 4,0 mm Zirkonoxid-Implantate der Länge 11,5 mm leicht suprakrestal eingeschraubt und mit Verschlusskäppchen versehen (Abb. 7). Die inserierten Implantate wiesen eine sehr gute Primärstabilität auf. Die Schleimhaut wurde über den Implantaten mit Einzelknopfnähten dicht vernäht.

Prothetische Versorgung

Nach dreimonatiger subgingivaler Einheilzeit der Implantate erfolgte am 06.04.2010 deren Freilegung. Die Schleimhaut über den Implantaten wurde mit Lochstanzungen entfernt, was vor allem am Implantat in regio 45 zu einer nicht unerheblichen Blutung führte (Abb. 8), die jedoch mit Fe3-Sulfat-haltiger Lösung rasch stillgelegt werden konnte (Abb. 9).

Nun wurde mithilfe von sogenannten Planungspfosten aus Kunststoff die passende Form und Angulation der gewünschten Zirkonoxidabutments ausgetestet und ausgewählt (Abb. 10).

Um zum Einkleben der Abutments eine möglichst vollständige Trockenheit im Innern der Implantate zu garantieren, erfolgte eine Spülung der Implantate mit Alkohol. Die Zirkonoxidabutments wurden dann mit RelyX-Unicem, einem speziellen, selbstadhäsiven Komposit-Befestigungszement, eingeklebt (Abb. 11).

Die Kontrollröntgenaufnahme nach Verklebung der Abutments zeigt zum einen deren korrekten Sitz, zum anderen wird distal am Implantat in regio 45 ein Zementrest sichtbar, der vor der Korrekturabformung noch entfernt wurde (Abb. 12 u. 13).


Während der beiden je dreimonatigen Einheilphasen nach Knochentransplantation und nach Implantation wurden auf Wunsch des Patienten die alten Goldrestaurationen durch Vollkeramikkronen ersetzt. Am 19.04.2010 wurden schließlich die im hauseigenen Labor gefertigten Vollkeramik- Einzelkronen mit RelyX-Unicem auf die Zirkonoxid-Abutments zementiert (Abb. 14).

Das Endergebnis ist sehr zufriedenstellend. Der Patient kommt mit den Versorgungen hervorragend zurecht und erfreut sich am hochästhetischen Resultat der Behandlung.


Quelle: ZMK Magazin 09/2010, Spitta Verlag GmbH & Co. KG

Interview mit Dr. Igor-Michael Borrmann

In Kornwestheim liegt die großzügig gestaltete Praxisklinik mit insgesamt sechs Behandlungsräumen von Dr. Igor-Michael Borrmann. Betritt man die Praxis, erschließen sich dem Besucher Schritt für Schritt alle Räume: ein Raum für die Prophylaxe, ein spezielles Zimmer mit horizontal verstellbarem Behandlungsstuhl und OP-Mikroskop für die Endodontie, drei Behandlungszimmer „fürs tägliche Geschäft“ und einen OP-Bereich mit zwei Behandlungsstühlen und vorgelagerter Schleuse.

Wolfgang Hansen/Köln

Vielen Dank, Herr Borrmann, dass Sie sich die Zeit nehmen, dieses Gespräch zu führen. Steigen wir direkt ins Thema. Was hat Sie dazu bewogen, sich einen Volumentomografen zu kaufen?

Die Volumentomografie hat mich von Anfang an fasziniert. Ich hatte schon sehr viel implantologisch gearbeitet und stand sehr oft vor Problemstellungen, die ich aufgrund von zweidimensionalen Abbildungen auf Anhieb nicht sicher lösen konnte.

Wie standen Sie denn dem hohen Investitionsaufwand gegenüber?

Das Allerwichtigste kommt zuerst. Nämlich, dass ich von der Qualität der Bilder von Moritas Accuitomo überzeugt war und es mir leicht fiel, in das Morita Gerät zu investieren. Der Finanzierungsaufwand ist auf den ersten Blick immer sehr groß. Allein mit meinen eigenen Patienten rechnet sich die Investition dieses Gerätes. Wir sind inzwischen in der Lage, mit unseren Patienten das Gerät auszulasten. Natürlich freuen wir uns auf jeden Kollegen, der uns einen Patienten für eine DVT-Aufnahme schickt. Unsere Informationsabende tragen mit dazu bei, sodass Patienten schon von ganz alleine zu uns kommen.

Was sind Ihrer Meinung die Chancen der Technik?

Es ist eben ein komplettes dreidimensionales Bild und in diesem dreidimensionalen Bild habe ich alle Informationen. Ohne den Accuitomo mit seinen diagnostischen Möglichkeiten sind wir limitiert. Neben den Beispielen in der Endodontie helfen zum Beispiel die Aufnahmen beim Vermessen der Knochenareale, die für das Einsetzen von Implantaten vorgesehen sind. Auch beim Arbeiten mit Röntgenschablonen können wir Winkel exakt messen, so dass wir mit dieser Vorgehensweise sehr präzise navigieren können.

Wie lange arbeiten Sie schon mit dem 3D Accuitomo der dritten Generation?

Das Gerät im 80 x 80 Format habe ich Anfang März erhalten. Man kann mit diesem Format erstmals auf einem einzigen Bild Ober-und Unterkiefer darstellen. Das ist eine erhebliche Erleichterung. Bisher musste ich mehrere Aufnahmen machen und belastete den Patienten unnötig. Die Argumentation anderer Hersteller, die mit noch größeren Aufnahmebereichen arbeiten, kann ich nicht nachvollziehen. Der Vorteil besteht nicht nur darin, dass die kleineren Aufnahmen schneller zu machen sind, die größeren Aufnahmen verursachen auch eine unnötig höhere Strahlenbelastung. Dennoch muss ich bei dem 3D Accuitomo auf die Wiedergabe von relevanten Bereichen nicht verzichten.

Wie viel Vorwissen benötigt man,um mit dem 3D Accuitomo zu arbeiten?

Hat man bereits mit einem Röntgengerät gearbeitet, fällt es einem sehr leicht. Der Touchscreen brachte eine weitere Erleichterung. Die Einarbeitung in das größere Aufnahmeformat und die Bedienung der neuen Software waren auch sehr einfach.

Wie setzen Sie die drei Aufnahmebereiche ein? Was sind die Kriterien für das jeweilige Format?

Wir benutzen das Gerät in der Endodontie und Implantologie und für Kollegen auch in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Mit einer einfachen Vorgehensweise: kleines Gebiet – kleine Aufnahme, großes Gebiet – große Aufnahme. In Bezug auf die Endodontie würde ich sagen, dass die Behandlungsqualität entschieden besser wird. Auf dem Bild sind alle Kanäle zu sehen. Bei meinem letzten Besuch auf der IDS konnte ich feststellen, dass die Aufnahmen der anderen Geräte nicht so viel hergeben wie die des Accuitomo.

Konnten Sie durch die Anschaffung des Gerätes schon Patienten hinzugewinnen?

Seitdem ich das Gerät nutze, ist der Patientenzulauf größer geworden. Viele Patienten kommen auch aufgrund unserer Internetpräsenz, wo wir das Gerät vorstellen.

Ab wann rechnet sich Ihrer Erfahrung nach das Gerät?

Ich denke, dass man 15 bis 20 Aufnahmen im Monat braucht, um mit dem Gerät rentabel zu arbeiten. Ich habe mir in erster Linie das Gerät nicht gekauft, um damit Geld zu verdienen, sondern weil ich Zahnheilkunde auf höchstem Niveau bieten möchte.

Wie ist die Kompatibilität zu anderen Software-Programmen und Geräten?

Der Überweiser kommt in der Regel mit der Viewer-Software gut zurecht. Er kann die Aufnahmen in seiner Praxis ohne Probleme betrachten. Interessant ist, dass Patienten, bei denen eine DVT-Aufnahme gemacht wurde, auf eine zweite Meinung verzichten, da sie erkennen, dass sie mit der DVT das Bestmögliche erhalten haben. So erzielen wir ganz nebenbei Patientenbindung, sowohl für uns als auch für die überweisenden Kollegen.

Eignet sich das Gerät auch für Einsteiger?

Es gibt niemanden, für den sich das Gerät mehr eignet als für den Einsteiger. Darüber hinaus kann man nach meiner Meinung langfristig in der Endodontie und in der Implantologie auf die Volumentomografie nicht mehr verzichten. Eines Tages werden wir ohne den Accuitomo keine endodontischen Behandlungen oder implantologische Arbeiten mehr machen wollen.

Vielen Dank für das Gespräch.


Das Bildmaterial wurde komplett mit dem 3D Accuitomo 80 erstellt. Mit freundlicher Genehmigung von Dr. med. dent. Igor-Michael Borrmann.

Zweiphasen-Bonesplitting vor Implantation

Nach vorangegangener Segmentosteotomie stellt das Zwei-Phasen-Bonesplit für den Unterkiefer in bestimmten Indikationen eine sinnvolle Alternative zur konventionellen lateralen Auflagerungsplastik dar.

Zwei Fallberichte von Dr. Igor-Michael Borrmann aus Kornwestheim

Die implantologische Versorgung eines atrophierten Kieferkamms ist in vielen Fällen nur nach Augmentation möglich, die zumeist unter Verwendung autologer Knochentransplantate durchgeführt wird. Zur Augmentation werden bislang kortikospongiöse Blockaugmentate aus Kieferwinkel oder Kinn verwendet. Bei ausgedehnten Defekten kommen Beckenkammtransplantate in Frage. Die postoperativen Beschwerden an der Donatorregion diese Transplantate stellen sich für den Patienten häufig unangenehmer dar als die an der Empfängerstelle. Nach eine Beckenkammtransplantation sind die Patienten oft noch Wochen nach dem Eingriff durch Beschwerden an der Entnahmestelle beeinträchtigt. Die im Folgenden dargestellte Methode der Segmentosteotomie mit nachfolgendem Bonesplit ist eine neuartige, atraumatische Alternative.


Quelle: Astra tech Dental Magazin 04/2008, Die ZahnarztWoche 31-32/2008

Implantate bei Patienten mit aggressiver Parodontitis

In der modernen Zahnmedizin hat der funktionelle und ästhetische Strukturerhalt oberste Priorität. Dabei ist es besonders für die implantologisch tätigen Zahnärzte wichtig, von Anfang an interdisziplinär, insbesondere parodontaltherapeutsich, zu denken und langfristig zu planen. Voraussetzung für einen dauerhaften Therapieerfolg (Vermeidung von periimplantären Entzündungen) sind dabei reizlose Parodontalverhältnisse. Der Einbeziehung parodontaler „Risikopatienten“ in implantatprothetische Behandlungskonzepte kommt in Zukunft große Bedeutung zu.

Igor Borrmann, Ulrich Daum, Gregor Pocklitz


Quelle: Ästhetische Zahnmedizin 2/2007

Die rote Ästhetik

Der vorliegende Artikel soll das praktische Vorgehen aufzeigen, auch bei anfänglich schwierigen Voraussetzungen noch ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis zu erzielen. Ein erfahrener Kollege berichtet.

Igor-Michael Borrmann, Klaus-Ulrich Daum

Den Maßnahmen im Rahmen des Arbeitsbereiches der Implantologie kommt auch in der Bevölkerung ein ständig wachsendes Interesse zu. Als Folge lässt sich für uns Oralmediziner ableiten, dass nach der Insertion des Implantates unsere Aufgabe beginnt, das rote Umfeld – die umliegende Schleimhaut – des Implantates zu rekonstruieren. Es ist eine Herausforderung, es „SCHÖN zu machen!“ und auch das angestrebte Ergebnis wirklich zu erhalten.

Ausgeprägter Knochendefekt im Oberkieferfrontzahngebiet

Bei einem 45-jährigen Patienten mit Diastema mediale musste der mittlere Schneidezahn 11 extrahiert werden. Nach Sondierung der Alveole zeigte sich ein Totalverlust der vestibulären Knochenlamelle.

Igor-Michael Borrmann, Ulrich Daum

Die Versorgung einer derart breiten Frontzahnlücke lässt sich, wenn man eine herausnehmbare Prothese vermeiden will, mit Hilfe eines Einzelzahnimplantates am besten lösen.
Im vorliegenden Fall hatte der Patient zwar bereits eine Oberkieferteleskopversorgung, allerdings nur im Seitenzahngebiet.
Es ist nur die zweitbeste Lösung, einen Frontzahn an die bestehende Prothese anzusetzen, da unter Umständen phonetische Probleme auftreten können.


Quelle: Dentale Implantologie April 2004